Kopflos? Nein: Inishowen Head, Malin Head, Fanad Head

Wir suchen das Extreme ... extrem kurvig, extrem schmal, extrem an der Küste, extrem windig, extrem lecker ... und Star Wars!

- Tag 6 -

Vor uns liegen für heute etwas mehr als 30 Meilen … ob wir das wohl an einem Tag schaffen?

Milepost 350 – Greencastle, Hafen. Was beim Durchfahren gestern wie ein romantischer Fischerhafen aussah, ist eher ein Schiff-Friedhof. Verrostete Fischerkutter im Wasser und an Land. Ein mariner Lost Place sozusagen. Ist aber irgendwie cool, dieser Zerfall und diese Zeugen aus einer Zeit, wo hier noch Fischerei das Hauptgeschäft war.

Milepost 355 – Kinnego Bay. WOW. Ein wunderschöner schneeweisser Strand, schwarze Felsen, grüne Felder, blaues Meer. Sind wir irrtümlich in die Karibik abgebogen? Hmmm … es badet hier niemand. Niemand? Nein fast niemand. Ein paar Einheimische in Badeshorts plantschen im schönen aber eben eiskalten Meer… brrrr. Wir beschränken uns aufs anschauen und fotografieren. Eine sensationelle Szenerie, einfach unglaublich …

Milepost 358 – Wir kurven weiter, eine holprige einspurige Strasse entlang der Küste – rechts von uns nur noch das Meer. Einsam. Romantisch. Einfach. Wir erreichen die Tremone Bay. Wieder ein wunderschöner schneeweisser Strand … 

Milepost 363 – Culdaff Beach. Lunch mit McGrorys. Hamburger. Weltklasse. An der Wand eine Widmung der Crew von Star Wars VIII – wurde hier in der Gegend gedreht und in dieser Kneipe war die Wrap-up Party. Verpasst. Anyway, auch Calduff hat einen wunderschönen schneeweissen Strand – gemäss den Einheimischen der schönste der Welt. Ok, das haben die in Island letztes Jahr auch schon behauptet. Beider Strände sind aber x-trem schön! Island vs. Irland endet 1:1

Milepost 367 – Glengad Head. Aussicht.

Milepost 375 – Malin Head View B&B. Nach der laaaangen Reise und gefühlten 1‘000‘000 Kurven kommen wir endlich an. Koffer ins Zimmer und wieder raus. Es ist ja noch hell und der Tag ist noch nicht zu Ende!

Milepost 376 – Wee House of Malin, eine kleine Kapelle und eine ehemalige Einsiedlerhöhle. Kiesstrand. Mächtige Wellen prügeln auf den Kies und die Felsen ein, Möven fischen und wir geniessen die Show! x-trem eindrücklich.

Milepost 378 – Malin Head Tower. Wir parkieren und steigen aus. Der Wind bläst uns fast wieder ins Auto zurück. Wir wollen aber raus zum Head wandern, Bea ist aber etwas mulmig dabei. Mit einigem Zureden lässt sie sich auf das Abenteuer ein und wir wandern entlang der Klippen hinaus in Richtung Malin Head. Es ist unglaublich wie stark der Wind vom Meer her bläst und wie weit unter uns riesige Wellen an die Felsen brechen. Am Horizont bricht immer wieder die Sonne durch, dann regnet es wieder kurz – Irland. Am Ende des Weges ist dann leider ein Zaun, da dahinter offenbar Privatbesitz ist (der Besitzer ist ein dorfbekannter Knallkopf). Wir geniessen den Ausblick, bis es mich nicht mehr hält und ich über den Zaun klettere und noch weiter zur Spitze laufe – Bea wartet und hofft auf meine Rückkehr. Ich laufe geschwind weiter in der Hoffnung, der Besitzer taucht nicht mit seinen Hunden auf und fotografiere ganz vorne die felsige Küstenlandschaft. Dann schnell zurück. Als ich über den Zaun klettere, berühre ich noch den elektrischen Zaun – zzzzzzzzzzz – der Vollidiot muss das Ding an eine 220 Volt Leitung angeschlossen haben. Ich bin nun energetisiert! Wir wandern nach 9 Uhr im Sturm zurück und dann BÄÄÄÄMM again. Die Sonne kommt nochmals durch und beleuchtet die dramatische Küstenszenerie. Grande Finale. Ich finde Bea oben beim Parkplatz – natürlich mit einem Eingeborenen im Gespräch.

Milepost 380 – Wir fahren zur Seafood-Restaurant und freuen uns auf was zu Essen. Sind aber zu spät. Ab 21:00 ist fertig mit Essen, es wird schon geputzt. Tipp des Personals: Kelly’s Grill. Wir stranden also bei Kelly und bestellen Hamburger mit Onion Rings. Erfahren, dass die Mutter von Kelly im Seafood Restaurant arbeitet … daher der Tipp. Die Hamburger geniessen wir dann vor dem Seafood Restaurant im Auto. Ein x-tremes kulinarisches Highlight ;-)

Milepost 382 – Malin Head View B&B. Good Night.

- Tag 7 -

Heute geht es weiter zum Fanad Head.

Milepost 382 – Malin Head View B&B. Breakfast. Wir erfahren noch, dass an Mittsommerabend weiter hinten ein sogenanntes Bonfire entzündet wurde. Da wird offenbar alles verbrannt, das weg muss. Die Jugend sitzt auf Sofas ums Feuer und zum Schluss werden auch die verbrannt (die Sofas, nicht die Jugendlichen).

Milepost 384 – Curiosity Shop. Unsere neuen Freunde aus Boston waren hier und hatten noch 80 Cent Schulden. Bea hat die nun beglichen. Der Besitzer ist enttäuscht, da er ja nun nicht mehr nach Boston fahren könne, um die Schulden einzutreiben ;-) Der Shop ist wirklich voller Kleinkram, wohl eher ein Hobby als ein Business. Schräg.

Milepost 386 – Der nächste Strand: Five Finger Strand. Ein endloser Strand mit Dünen wie an der Nordsee. Wir geniessen wieder die wunderbare Szenerie, Bea quatscht mit einem uralten Eingeborenen. Ich kann sie nie alleine lassen und schwupp, steht da ein Einheimischer rum und plaudert mit ihr. Er erzählt, dass er eigentlich immer hier baden gehe, das Wasser sei ja warm, aber der Wind zu halt … jaaa genau – das Wasser ist höchstens 3cm warm (er behauptet zwar 15° - ich glaub ja nicht alles, was die hier so erzählen). Bea sammelt schöne Steine und Sand als Souvenir – mal schauen, was wir dann aus den Koffern werfen, so wegen Gewichtslimite und so.

Milepost 394 – In Carndonagh melden wir noch auf Wunsch unserer B&B Gastgeberin bei der Polizei den irren Iren mit seiner Stromleitung …

Milepost 404 – Pollan Bay. Strand. Gross. Weiss. Meer. x-trem Schön. Foto. Weiter.

Milepost 417 – Wir haben mal kurz Stress. Irgendwie ist es plötzlich schon 16:00 und wir sind kaum vorwärts gekommen. Vor uns liegt immer noch eine ewig lange Strecke und wir wollten in Buncrana noch eine Burg und südlich davon ein keltisches Steinfort anschauen. Die machen aber sicher schon um 17:00 zu. Dicke Luft im Auto. Da hilft auch Lüften nix.

Milepost 427 – Wir kommen in Buncrana an. Burg gestrichen. Fähre grad weg und die nächste erst in 45‘. Mist. Wir fahren zügig weiter.

Milepost 439 – An Grianan of Aileach, eine keltische Steinfestung zuoberst auf einem Hügel. Zum Glück haben die noch länger offen! Ich bin gerettet! Die Aussicht von dort oben in alle Richtungen ist der absolute Hammer – hier hätten wir unser Haus auch hingestellt. Bea erkundet das Ding und ich mache das epische Foto, das ich unterwegs im Kopf hatte. Check. Bea quatscht wieder mit den Eingeborenen, die hier oben in einem umgebauten Wohnwagen ein Kafi-Take-Away betreiben und besorgt uns Schoggi-Muffins mit Kaffee. Hach, das tut gut. Weiter geht es.

Milepost 469 – Die kurvigen Küstenstrassen liegen hinter uns, wir fliegen an Letterkenny vorbei und die andere Küstenseite wieder gegen Norden. In Rathmullan endlich z’Nacht mit Blick aufs Meer. Draussen füttert eine Vogelmutter ihren Piepmatz … was unsere Jungs zuhause wohl essen?

Milepost 486 – Ich biege von der „Hauptstrasse“ (einspurig) ab und nehme eine noch kleinere Strasse in Richtung Felsenküste. Dort will ich (obschon es jetzt schon fast 22:00 ist und wir langsam zum B&B sollten) noch einen Sea Arch erkunden. Am Ende der „Strasse“ ein Gatter mit einem Schild „No trespassing“. Ich (des englischen unkundig) laufe zwänge mich durchs Tor und gehe auf die Suche, Bea wartet beim Auto. Ich folge einem Kuhtrampelpfad runter zur Klippe und da steht er mein Felsenbogen. Den Fotoapparat hab ich natürlich im Auto gelassen – Depp ich. Also zurück zu Bea und Auto und los, das B&B suchen.

Milepost 490 – Wir finden das B&B (gelbes Haus, 1km nach dem Postoffice, Strassennamen gibt’s hier nicht). Gastgeberin ist Aoife (keltischer Name, wird „Eva“ ausgesprochen, nur so, damit ihr Leser hier auch mal etwas Sinnvolles lernt). Ist ein B&B wie früher, die Kinder sind ausgezogen und ein Zimmer wird nun vermietet. Wir sind sozusagen in der Familie aufgenommen. Aoife ist Lehrerin für Gälisch in der lokalen Schule, ihre Schwestern sind Lehrerinnen, ein Sohn ist Architekt in Washington und der andere arbeitet in Manchester. So ist das hier. Zuerst wird über die Familie gesprochen. Wir plaudern über Land und Leute und erfahren, dass der Landbesitzer beim Felsenbogen ein Amerikaner ist, der das Land geerbt hat und nun einige Wochen dort ist und einfach nicht will, dass jemand über sein Land läuft … und das nachdem dies während vielen Jahren nie ein Thema war. Die Sache ist offenbar erst grad eskaliert. Der Ami hat das Tor mit Steinbrocken und Erde blockiert, die Einheimischen sind mit dem Bagger vorgefahren und haben wieder frei gemacht (extra für uns!?). War auch im regionalen TV! Grosse Sache. Action im Niemandsland von Donegal und das nur wegen einem Ami, der ein Stück Land am Ende der Welt geerbt hat und sich nun so richtig beliebt macht. Ist wohl grad Mode.

To be continued ...

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