Belfast - Giant's Causeway - Londonderry – Inishowen

Wir verlassen Belfast und kurven entlang der Küste in Richtung einsamer Norden. Dort erwarten uns aber einige Touristen-Hotspots bevor wir dann die wahre Einsamkeit erreichen.

- Tag 3 -

Milepost 152 – Carrickfergus. Wir haben es gerade über die Stadtgrenze von Belfast geschafft und schon steht Sightseeing an - so schaffen wir es wohl nie in den Norden! Anyway. Eine normannische Festung auf einem Felsvorsprung hat unser Interesse geweckt. Bevor wir es aber zur Burg schaffen, entdecken wir den Hafen und dahinter den bleigrauen Himmel. Eine sehr spezielle Stimmung. Bea und ich fotografieren mal vor uns hin … slow down – take it easy! Danach ins Castle. Alte Mauern. Zinnen. Turm. Schiessscharten. Kanonen. Eine Burg halt, aber die einzige normannische hier oben.

Milepost 167 – Larne. Kafi-Stop. Espresso, Cappuccino, Scones mit Schlagrahm.

Milepost 177 – Glenarm. Essens-Stop. Karottensuppe mit Koriander begleitet von leckeren Scones mit Schlagrahm und Confitüre. Das werden so richtig asketische Ferien! Weiter geht’s.

Milepost 200 – Wir biegen von der Hauptstrasse ab und nehmen eine sportlich schmale Küstenstrasse … zum Glück kommt niemand entgegen. Die Landschaft einsam und wunderschön. So muss das sein. Weisse Punkte dekorieren grüne Wiesen, dahinter das Meer. Beim Torr-Head steigen wir aus und geniessen die frische Luft bei einem kurzen Spaziergang hoch zum Head. Per se nicht soo speziell, aber irgendwie halt doch, wenn man die Kraft des Meeres sieht, das hier mit kräftiger Strömung durch den Engpass zwischen Schottland und Irland fliesst.

Milepost 214 – Carrick-a-Rede Rope Bridge. Eine Hängebrücke, ursprünglich von Fischern gebaut, führt hinaus auf eine kleine Felseninsel. Wir nehmen zur Sicherheit zum ersten Mal die Regenjacken mit … man weiss ja nie. Uns kommen Touristen aus allen Ländern entgegen – diese Seilbrücke wurde offenbar gut vermarktet! Kaum haben wir den Abgrund überquert (ist wirklich recht hoch und halt nur Bretter und Seile …), drückt irgendwo ein Gott die Spülung und überschüttet uns mit einer kleinen Erfrischung. Gore-tex Test – Check. Zurück über die Brücke (jetzt windet es auch noch – sozusagen Level-up) und zum Auto. Zum ersten Mal so richtig verregnet, so ist Irland – nix für Weicheier.

Milepost 222 – Giant’s Causeway Hotel. Das Hotel gehört zum National Heritage Trust und könnte wohl viele Geschichten erzählen! Wir essen sehr lecker (Ziegenkäse-Mousse und dann Lachs auf Gemüse …). Mein Blick geht immer wieder hinaus zum bewölkten Horizont – das wird wohl nix mit Sonnenuntergang über den Basaltsäulen unten am Meer. Nach dem Essen sind wir unsicher und beschliessen, doch noch einen Abend-Walk hinunter zu machen. Kaum angekommen, färbt sich ein Streifen zwischen den Wolken heller und wir machen schon mal ein paar schöne Photos. Dann aber BÄMMMM … die Sonne bricht durch … Drama pur … Showtime. Dunkle Wolken, schwarzer Basalt, das Meer, die Sonne – Freude herrscht! Wir sind fast alleine, nur noch 2-3 andere Fotografen (u.a. ein netten Paar aus Boston) sind hier und so geniessen wir die wunderschöne Stimmung ohne die hier normalen Touristen-Horden! Mit wunderbaren Bildern im Kopf spazieren wir zurück zum Hotel - good Night.

- Tag 4 -

Milepost 227 – Dunluce Castle. Gut erhaltene Ruine auf einem Felsvorsprung über dem Meer (scheint auch hier der Klassiker zu sein). Bevor wir ins Schloss gehen, suche ich den Weg hinunter ans Meer – hab da ein so Bild im Kopf. Weg gefunden, sogar eine Treppe, wobei die nicht ans Meer führt, sondern in den Bereich unter dem Schloss. Rebell der ich bin, klettere ich also mit Schwung übers Geländer und suche meinen eigenen Weg ans Meer. Die Sicht von dort ist wirklich cool! Bea erkundet derweil die Ruine. Als ich zurück komme finde ich sie die Aussicht geniessend und fotografierend. Das Castle gucken wir uns natürlich dann auch noch an. Ein bisschen Kultur muss ja auch sein oder?

Milepost 230 – Strand. Grooossseeer und laaaanger und breeeeiter Strand. Unglaublich. Palmen, wo bleiben die Palmen?

Milepost 234 – Kafi-Stopp in Portstewart. Espresso, Cappucchino, Scones.

Milepost 249 – So langsam läuft uns an dem Tag die Zeit davon … anyway, der Mussenden Temple muss noch sein. Wir parkieren beim Bishop’s Gate (was, wie wir gleich herausfinden werden, die grösstmöglichste Distanz zum Laufen ist), durchqueren einen Wald und kommen hinaus auf eine grasüberwachsene Hochebene. Und dort steht ziemlich skurril so ein römisch aussehender kleiner Turm in auf einem kleinen Hügel und die Ruine eines riesigen alten Herrenhauses inmitten des blühenden Gräsermeeres (kleiner Härtetest für uns Heuschnupfiker). Von der Ruine ein schnurgerader Weg zum Objekt der Begierde: Der Mussenden Temple (u.a. auch kurz im GoT zu sehen) direkt am Rand der Klippe, weit unten endlose weisse Strände und der Blick hinaus übers Meer. Nice. Ich halte das Ganze ‚grenzwertig‘ fotografisch fest.

Milepost 266 - Zurück im Giant’s Causeway Hotel treffen wir das Ami-Paar, das wir am Vorabend beim Sunset getroffen hatten und dinieren gemeinsam. Spannende Gespräche über … na was wohl: den älteren blonden Typ aus dem Weissen Haus und Fotografie, da Ken ebenfalls leidenschaftlicher Fotograf ist.

- Tag 5 -

Milepost 266 – Wir verlassen das wunderbare Hotel am Giant’s Causeway. Bevor wir aber losfahren, eine kleine Wanderung runter ans Meer in eine Bucht, wo in vergangenen Tagen Schmuggler ihre Ware an Land brachten. Wunderschön.

Milepost 279 – Das nächste Highlight: The Dark Hedges, eine Allee wunderschöner alter Bäume, die durch GoT ihren Insider-Status verlor und nun so richtig bekannt ist –es hat gefühlte 1000 Leute hier, die durch die Hedges fahren, mit Handies filmen und einfach nicht weg gehen. Wie der Zufall so will, tauchen auch unsere neuen Freunde aus Boston wieder auf. Das Fotografieren dauert halt etwas länger, wenn immer wieder eine Unbekannte mit eine pinken Jacke in unserem Bild herumturnt … grrrr. Dann taucht ein Highlight auf: ein original DeLorean, ja genau, der aus Back-to-the-Future! Drin sitzt Jamie Lennister, der uns aus der GoT Zeit besucht! Wir feiern das Ganze mit Joan und Ken beim Lunch und dann geht’s weiter.

Milepost 323 – Londonderry. Kenn ich bisher nur aus den Nachrichten und von musikalischen Highlights. Hier tobte vor Jahren der Nordirlandkonflikt und noch heute stehen radikale politische Sprüche an Hauswänden. Die Stadt ist eigentlich schön, wir machen den Spaziergang über die Stadtmauer die uns rund ums Zentrum führt. Zum Abschluss Kaffee-Stopp in einem Pub mit Live Musik. Sehr authentisch und gemütlich. Erst hier fällt mir ein, dass der knallig orange Pullover, den ich grad anhabe, hier als politische Botschaft missverstanden werden könnte … Vor 15 Jahren hätte ich dafür vermutlich Prügel kassiert. Also nix wie weg, bevor ich noch einem Unionisten begegne …

Milepost 345 – Greencastle. Dinner-Stop. Sensationelle Calamaris und frischesten Lachs. Dazu das obligate Guinness. Hier könnten wir länger bleiben ... das Leben ist schön!

Milepost 348 – Inishoven Head. B&B mit Blick auf den Leuchtturm. Hammer! Der Host des B&B ist ein fanatischer Local, er liebt diese Gegend und erzählt und erzählt und erzählt … Wir fahren noch kurz ein bisschen herum, geniessen die Abendstimmung und fallen müde ins Bett.

... to be continued ...

Blog Canada 2018

Die grüne Insel ... grün? nein auch weisse Strände, graue Klippen und dunkles Guinness :-)

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Ruhiger Flug ... danach wird's Irisch. Belfast eine City, naja.

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Wir verlassen Belfast und kurven entlang der Küste in Richtung einsamer Norden. Dort erwarten uns aber einige Touristen-Hotspots bevor wir dann die...

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Wir suchen das Extreme ... extrem kurvig, extrem schmal, extrem an der Küste, extrem windig, extrem lecker ... und Star Wars!

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Fanad Head, Horn Head, Nationalpark und tote Boote ... spannende Gespräche mit Locals ... und Kurven, viele Kurven

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Ein totes Boot liegt am Strand, ein riesiger Felsenbogen steht im Meer, keltische Gräber sind verlassen, Wasser fällt, Schafe mähen.

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Wir tuckern langsam weiter gegen Süden, erleben wieder dramatische Küsten und enden tatsächlich in einem echten Schloss.

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Die lange Reise geht langsam zu Ende. Wir geniessen letzte Küsten und Strände, ein letztes Mal den frischen Fisch, erforschen Keltenkultur und...

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